Mit so einem kräftezehrenden und personalintensiven Einsatz haben die Garreler Feuerwehrmänner nicht gerechnet, als sie am Freitagmorgen um 09:01 Uhr gerufen wurden. Bei einem Neubau am Prozessionsweg sollte es zu einem Fassadenbrand gekommen sein, so die weitere Information bei der Alarmierung.
Vor Ort konnten erste Einsatzkräfte der Feuerwehr bei dem im Bau befindlichen Seniorenheim ein Feuer an der Fassade im zweiten Obergeschoss bestätigen. Sie forderten daraufhin sofort die Feuerwehr Cloppenburg mit ihrer Drehleiter an und begannen mit dem Innen- und Außenangriff. Angesichts der rasanten Brandausbreitung mussten schon kurze Zeit später die beiden Feuerwehren Bösel und Friesoythe hinzugerufen werden. Mit der Feuerwehr Friesoythe rückte die zweite Drehleiter an.
Dennoch breitete sich das Feuer über die Dämmung weiter aus. Von den Flammen betroffen waren der Dachstuhl, die Wände sowie die Zwischendecken. Das hatte zur Folge, dass es zu einer starken Rauchentwicklung kam. Der Qualm war auch der Grund, weshalb die Garreler Bürgerinnen und Bürger über Radio- und Rundfunkdurchsagen aufgefordert wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Nach und nach wurden weitere Feuerwehren aus dem Landkreis Cloppenburg und Oldenburg alarmiert. Über 200 Einsatzkräfte waren zeitweise mit dem Großbrand beschäftigt. Dazu zählten noch die Kameradinnen und Kameraden aus Molbergen, Emstek, Peheim, Altenoythe, Markhausen, Littel und Sage. So waren insgesamt elf Feuerwehren im Einsatz. Vor allem der enorme Bedarf an Atemschutzgeräteträger machte es notwendig. Nur mühsam konnten die 110 Feuerwehrmänner und -Frauen unter schwerem Atemschutz die Isolierung entfernen und die vielen Glutnester ablöschen. Um die Verpflegung kümmerte sich die DRK Bereitschaft Bösel.
Zudem gab es bei den Löschmaßnahmen auch Unterstützung von dem Technischen Hilfswerk aus Cloppenburg. Unter Sicherheitsmaßnahmen montierten die Mitglieder die Photovoltaikanlage ab und entfernten die Dachpfannen. Ein Fachberater stand der Einsatzleitung für Fragen zur Bausubstanz und Statik zur Verfügung.
Im Laufe des Einsatzes machten sich auch Mitarbeiter der Feuerwehr-Technischen-Zentrale (FTZ) aus Cloppenburg mit dem Abrollbehälter Atemschutz auf den Weg nach Garrel, um an Ort und Stelle die leeren Atemschutzflaschen, die gebrauchten Masken und das Schlauchmaterial zu ersetzten. In dem Abrollcontainer Hygiene, der mit getrennten Sanitärbereichen und Duschen ausgestattet ist, konnten die Einsatzkräfte ihre kontaminierte Kleidung nach den Vorgaben der Schwarz-Weiß-Trennung wechseln.
Weil eine Feuerwehrfrau über Kreislaufprobleme klagte, musste die DRK Bereitschaft Garrel, die zur Eigensicherung mit alarmiert wurde, ebenfalls tätig werden. Nach einer kurzen Behandlung ging es ihr wieder besser.
Eine große Hilfe waren auch die Absperrmaßnahmen rund um die Einsatzstelle durch den Bauhof der Gemeinde Garrel und der Polizei. Außerdem wurde die Einsatzleitung vor Ort durch den Fernmeldezug mit ihrem Einsatzleitwagen 2 (ELW2) und Kreisbrandmeister Arno Rauer sowie sein Stellvertreter Stefan Abshof entlastet.
Um 21:30 Uhr, nach siebeneinhalb Stunden, waren alle Arbeiten erledigt, sodass die meisten Garreler Feuerwehrmänner den Einsatz beenden konnten. Eine Brandwache für die Nacht, aufgeteilt in zwei Gruppen, wurde eingerichtet.
Bilder: Feuerwehr Garrel & Feuerwehr Bösel